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Presse
10.07.2017, 14:12 Uhr | Übersicht | Drucken
„Die heutige Demokratie in Deutschland entwickelte sich in den Städten des Mittelalters.“
Lauterbachs Stadthistoriker Helfenbein bei der Jungen Union zu Gast / Wie Lauterbach die Stadtrechte bekam und Wartenberg seine Burg verlor


LAUTERBACH/WARTENBERG. Die Junge Union Lauterbach durfte vor kurzem Lauterbachs Stadthistoriker Prof. Karl-August Helfenbein als ihren Gast begrüßen. Der Lauterbacher referierte vor den jungen Christdemokraten, in welchem Zusammenhang Lauterbach 1266 seine Stadtrechte bekam und Wartenberg seine Burg verlor.



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Joshua Östreich (rechts) und der Wartenberger Gemeindevertreter und Lehramtsstudent für Geschichte, Lukas Kaufmann (links), dankten Helfenbein für seinen spannenden Vortrag.

Am Anfang der Veranstaltung erläuterte der Stadtverbandsvorsitzende der Jungen Union Lauterbach Joshua Östreich die wichtigsten Eckdaten aus dem Lebenslauf des Referenten. So sei Herr Helfenbein seit nunmehr 26 Jahren Stadtführer in Lauterbach sowie seit 1984 Leiter der Hohhaus Bibliothek, noch dazu sei Helfenbein Stadtarchivar Lauterbachs. „Für sein beispielhaftes Engagement wurde Helfenbein 2005 mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland sowie 2016 mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet“, so Östreich.

Die Kreisvorsitzende der Jungen Union Vogelsberg und Lauterbacher Stadtverordnete Jennifer Gießler betonte, dass es auch zu heutigen Entscheidungen in den Gremien wichtig sei, sich mit der Geschichte der jeweiligen Stadt oder Gemeinde auseinanderzusetzen.

Helfenbein informierte die jungen Christdemokraten anfangs darüber, dass Lauterbach erstmals im Jahre 812 in der Marktbeschreibung der Kirche von Schlitz urkundlich erwähnt worden ist.  „Lauterbach gehörte damals zu dem großen Territorium der Abtei Fulda. Da die Fuldaer Äbte in ihrer Funktion als Geistliche erst ab 1220 weltliche Gerichtsbarkeit ausüben durften, beauftragten sie bis dahin Vögte zur Verwaltung ihrer Ländereien. So kam es dazu, dass seit dem 12. Jahrhundert die Region um Lauterbach durch die Grafen von Ziegenhain, welche als Vögte eingesetzt worden sind, verwaltet worden ist. Diese setzten wiederum die bei Angersbach wohnenden Herren von Wartenberg als Untervögte ein. Lauterbach war zu dieser Zeit noch ein unbedeutendes Dorf, während die Herren von Wartenberg durch ihr Lehenswesen finanziell dazu in der Lage waren, die Burg Wartenberg zu errichten. 1265 kam es zu einer Auseinandersetzung um die Oberherrschaft in der Region zwischen dem Fuldaer Fürstabt Bertho II. von Leibolz, genannt Fingerhut, und Graf Gottfried V. von Ziegenhain. Die Lauterbacher haben sich damals dazu entschlossen, den später siegreichen Abt zu unterstützen, während die Burg der unterlegenen Herren von Wartenberg durch Abt Fingerhut zerstört wurde. In der Fehde ist neben der Burg der Herren von Angersbach auch Schloss Eisenbach zerstört worden, dieses wurde allerdings später wiedererbaut und diente den Freiheeren zu Eisenbach als Residenz.  Der Fuldaer Fürstabt Bertho II. von Leibolz belohnte die Lauterbacher am 16. März 1266 mit der Verleihung der Stadtrechte und ließ eine Stadtmauer um Lauterbach errichten.“, informierte der Lauterbacher Stadtarchivar die jungen Christdemokraten.

Anschließend berichtete Helfenbein die Nachwuchspolitiker darüber, dass sich die mittelalterlichen Städte schon durch ihr äußerliches Erscheinungsbild deutlich von ihrem Umland unterschieden. Die persönliche Freiheit der Bürger einer Stadt, ihr Recht auf Grundbesitz und das daraus resultierende Erbrecht bildeten den Mittelpunkt des Stadtrechts, so Helfenbein.

„Die wohlhabenden Bürger der Stadt hatten außerdem das Privileg, die Stadträte als legitimiertes Repräsentativorgan zu wählen. Dieses Recht hatten die Bewohner eines Dorfes, die Unfreien, nicht. Die heutige Demokratie hat sich folglich in den Städten des Mittelalters entwickelt.“, so Helfenbein abschließend.


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